15. Januar 2018

G-BA beschließt ASV für Rheuma und urologische Tumore

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2017 die Rege­lun­gen für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) für Patienten mit rheu­ma­to­logischen Erkrankungen ergänzt und eine ASV für urologische Tumoren beschlossen.

Bei der ASV Rheuma wurden Leistungen weiter konkretisiert und die Qualifikations­anforderungen an die teilnehmenden Ärzte auf einer pragmatischen Basis festgelegt. Dies war bis zuletzt umstritten. Der GKV-Spitzenverband hatte nach­drücklich dafür plädiert, dass unbedingt Orthopäden mit einer rheumatologischen Zusatzweiterbildung an der ASV Rheuma beteiligt sein müssen. Die Zahl der Orthopäden mit dieser Zusatzqualifikation ist aber stark rückläufig – die vom GKV-Spitzenverband geforderten Bedingungen hätten dazu geführt, dass die ASV nicht realisierbar gewesen wäre. Ferner wird den internistischen Rheumatologen in Krankenhäusern erlaubt, Speziallaborleistungen wie die Erhebung des Rheu­ma­fak­tors selbst zu erbringen und abzurechnen. Ausschlaggebend war die Stim­me des un­par­teiischen G-BA-Vorsitzenden Josef Hecken, der die Position des GKV-Spit­zen­verban­des scharf kritisierte.

Ferner hat der G-BA die ASV für urologische Tumoren beschlossen. Hier wird es künf­tig möglich sein, bei bestimmten Fallkonstellationen auch Spezialuntersuchungen wie PET oder PET/CT durchzuführen, was in der konventionel­len ver­trags­ärzt­li­chen Versorgung nicht möglich ist. Darüber hinaus beschloss der G-BA, als nächs­tes Hauttumoren in die ASV aufzunehmen.