10. April 2018

AOK-Krankenhausreport kritisiert hohe Fehlbelegung

In Deutschland werden vergleichsweise viele Patienten unnötig hospitalisiert. Würde es gelingen, die Zahl der Krankenhausaufnahmen auf den Durchschnitt der Nach­bar­länder zu reduzieren, gäbe es pro Tag rechnerisch 14.000 weniger Klinik­auf­nah­men. Außerdem könnten in Deutschland 500 Krankenhäuser geschlossen werden – jedes vierte, so die These des Berliner Gesundheitsökonomen Reinhard Busse im 2018er AOK-Krankenhausreport. Nach seinen Berechnungen werden jährlich 1,2 Millionen Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparats unnötig hospi­tali­siert, weitere vier Millionen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Stoff­wech­sel­erkrankungen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Für ursächlich hält Busse das Überangebot an Krankenhauskapazitäten. Die niedergelassenen Ärzte seien nicht verantwortlich, denn die Zahl der durch sie veranlassten Einweisungen sei rück­läufig. Als Konsequenz forderte der AOK-Vorstandsvorsitzende Martin Litsch eine Kon­zen­tration der in der stationären Versorgung. Derzeit haben noch 80 Prozent der Kliniken weniger als 500 Betten.