05. Dezember 2018

Heftige Debatte um die Sicherheit von Implantaten

Nach behördlichen Angaben sind im Jahr 2017 insgesamt 14.034 Mal Verletzungen, Todes­fälle und andere Probleme im Zusammenhang mit Medizinprodukten gemel­det worden. Vermutet wird eine hohe Dunkelziffer, weil Hersteller, Ärzte und Kran­ken­häuser entdeckte Risiken häufig nicht den Behörden melden. Ein Indiz für die hohe Diskrepanz von gemeldeten und tatsächlichen Zwischenfällen ist die Zahl der Brust­explantate (3170 )in deutschen Krankenhäusern und der gemeldeten 141 Fälle. Ferner überlassen es die Behörden den Herstellern, fehlerhafte Produkte zurück­zurufen oder Sicherheitswarnungen auszusprechen. Pro Jahr geschieht dies etwa 1000 Mal. Anders als bei Arzneimitteln werden in der Versorgung auch Medizin­produkte der höchsten Risikostufe ohne vorherige klinische Prüfung eingesetzt. Entschä­digungen regeln Unternehmen nicht selten, indem sie diese mit einer Verschwie­gen­heits­erklä­rung betroffener Patienten koppeln. Der Umsatz allein der deutschen Medizin­tech­nik­industrie beläuft sich auf rund 30 Milliarden Euro.