06. März 2019

GKV reformiert Hilfsmittelverzeichnis

In einem nahezu drei Jahre dauernden Prozess hat der GKV-Spitzenverband das insgesamt 32.500 Produkte umfassende Hilfsmittelverzeichnis aktualisiert. Es ist Grund­lage für Versorgungsverträge, die Kassen mit dem Fachhandel oder den Hilfs­mit­tel­her­stellern abschließen. Berücksichtigt wurde bei der Aktualisierung auch die mas­sive Kritik an minderer Qualität von Inkontinenzartikeln, für die nun quali­tative Min­dest­stan­dards gelten. In den Reformprozess waren neben dem G-BA und dem MDS auch Vertreter der Ärzte, der Patienten sowie Fachgesellschaften und Her­stel­ler­ver­bän­de einbezogen.

2500 veraltete Produkte wurden aus dem Verzeichnis herausgenommen und dafür Innovationen integriert: rtCGM-Geräte für Diabetiker zur kontinuierlichen Glukose­kon­zen­tra­tionsmessung, motorgetriebene und computergesteuerte Exo­skelette für Quer­schnitts­gelähmte, mechatronische Fußpassteile und Kniegelenke sowie myo­elek­trisch gesteuerte Armprothesen. Das Hilfsmittelverzeichnis soll künftig regel­mäßig und auch anlassbezogen aktualisiert werden, um Innovationen für GKV-Patienten schnel­ler zugänglich zu machen. Eine entsprechende Verfahrensordnung ist dem Bun­des­ge­sund­heitsministerium zur Genehmigung vorgelegt worden. Das bislang intrans­parente Ausmaß an Zuzahlungen soll beseitigt werden; die Kassen müssen künf­tig regelmäßig und systematisch über die Differenz zwischen tatsäch­li­chen Prei­sen und ihren Erstattungen berichten.