<< zurück zur Übersicht


IMPLICONplus 02 2012:
Konfliktfeld ambulante spezialfachärztliche Versorgung - Ein neuer Masterplan zur Überwindung der Sektorengrenzen? - von Roger Jaeckel

Textauszug:
Kein Themenfeld wurde im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum GKV-Versorungsstrukturgesetz (GKV-VStG) so konträr diskutiert und behandelt wie die Neuauflage zum Paragraph 116b SGB V. Dabei wollte die Gesundheitspolitik lediglich einen gesetzlichen Rahmen implementieren, der eine versorgungspolitische Chancengleichheit zwischen dem ambulanten und stationären Sektor gewährleistet. Gleichzeitig sollten defizitäre Regelungsinhalte der Vorgängerversion aus dem Jahr 2004 beseitigt werden. Insbesondere die fehlende Bedarfsplanung und der Verzicht auf Mengenbegrenzungsregelungen sowie das ursprünglich angedachte Leistungsspektrum haben im Wechselspiel von bundes- und landespolitischen Interessen zu einer erhitzten Debatte geführt, die dann fast zum Aus dieses Reformansatzes geführt hätte. Die Annahme zahlreicher Änderungsvorschläge führte schließlich dazu, dass diese neue Versorgungssäule die letzten parlamentarischen Hürden erfolgreich überstand. Somit kann ohne Übertreibung die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) als die strukturpolitische Innovation des GKV-VStG bezeichnet werden. Der Erfolg bzw. Misserfolg der ASV wird im Wesentlichen davon abhängen, die Chancengleichheit zwischen niedergelassenen Fachärzten und Krankenhäusern bei der Beteiligung an dieser vierten Versorgungssäule zu wahren und ob diese Neukonstruktion tatsächlich einen nachhaltigen Impuls zur Überwindung der starren Sektorengrenzen zu leisten vermag.

Dieses PDF steht registrierten Abonnenten zum Download zur Verfügung.