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IMPLICONplus 11 2011:
Das AMNOG nach einem Jahr - Mehr Fragen als Antworten - mehr Preisbremse als Qualitätsmotor - von Gerd Glaeske

Textauszug:
Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) ist ein Jahr alt. Wie sind die ersten Erfahrungen, wie die Konsequenzen aus vielen Diskussionen und den bereits getroffenen Entscheidungen? Tatsache ist: Das Gesetz gilt und wird auch angewendet. Namen wie Brilique®, Rasilamlo® oder Livazo® wurden inzwischen im Zusammenhang mit dem AMNOG bekannt. Ein derartiger regulatorischer Eingriff war seit Jahren überfällig. Dass er nun von einer als industriennah und deregulierungsorientierten CDU/CSU/FDP-Koalition auf den Weg gebracht worden ist, überrascht immer noch. Wir erinnern uns: Zweimal war eine Positivliste als Regulationsinstrument für mehr Qualität fertig gestellt, zweimal wurde sie kurz vor dem Inkrafttreten „gekippt“, zuletzt von der SPD/CDU/CSU Koalition 2003 im Tausch gegen die Errichtung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die offenbar wirksame Lobbyarbeit pharmazeutischer Hersteller und ihrer Verbände konnte diese Listen verhindern, die zumindest Transparenz in einen unübersichtlichen Markt gebracht hätten, weil die zugelassenen und im Markt angebotenen Arzneimittel auf der Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz im Hinblick auf ihre therapeutische Wirksamkeit, relativ zu anderen Arzneimitteln, bewertet und klassifiziert wurden. Mit der Ergänzung von Preisvergleichen hätte den Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Entscheidungshilfe angeboten werden können.

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