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IMPLICONplus 03 2010:
Planbar, transparent und iterativ! – Maßnahmen zur Regulierung im Arzneimittelmarkt – von Gerd Glaeske

Textauszug:
Es ist ohne Zweifel schon jetzt und noch mehr für die Zukunft erkennbar, dass der GKV-Arzneimittelmarkt für alle Beteiligten planbar und transparent reguliert werden muss. Diese Regulierung muss der Strategie folgen, dort, wo es möglich ist, eine möglichst preisgünstige Arzneimittelversorgung anzubieten, um dort, wo es notwendig ist, auch einen „Headroom for Innovation“ garantieren zu können. In diesem Zusammenhang sind Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertungen grundsätzlich unverzichtbar. Die derzeitigen Vorschläge der CDU/CSU/FDP-Koalition weichen aber von dieser Forderung genau bei solchen Arzneimittelgruppen ab, die schon jetzt die wesentliche finanzielle Belastung für die GKV ausmachen, die Gruppen der unterschiedlichen „Spezialpräparate“ (z.B. Immuntherapeutika, Biologicals, Tyrosinkinasehemmer u.a.) in Indikationsbereichen wie Rheumatoide Arthritis, Onkologie oder Multiple Sklerose. Nutzen- und Kosten-Nutzen- Bewertungen lassen sich in diesen Bereichen weder durch Rabattverträge substituieren noch „wegkaufen“. Vielmehr sind prozeduralisierte Verfahren erforderlich („iteratives Prozedere“), die sowohl für Hersteller wie für Kassen Planbarkeit und Transparenz anbieten. Im Rahmen einer „Schnellbewertung“, die sich an internationalen Vorbildern orientiert, kann eine vorläufige Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertung vorgenommen werden, die als Basis für die Anwendung nach der Zulassung und für erste Verhandlungen herangezogen werden. Ziel muss es sein, vom ersten Tag nach der Zulassung im Rahmen von gut geplanten und methodisch anspruchsvollen Versorgungsforschungsstudien ein Monitoring der Anwendung der neuen Arzneimittel vorzunehmen, um nach einem vorher festgelegten Zeitraum (z.B. 3-5 Jahre) eine Überprüfung der vorläufigen Bewertung vornehmen zu können.

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