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IMPLICONplus 04 2010:
Planbarkeit und Transparenz – Unabdingbare Voraussetzungen für eine gute Versorgung – von Bernd Wegener

Textauszug:
Um endlich Planbarkeit im Arzneimittelmarkt zu erreichen, bedarf es unter Berücksichtigung des gesamten Marktes und aller Beteiligten einer transparenten und von legitimierten Organisationen durchgeführten Entscheidungsfindung. Es ist unbestritten, dass der Arzneimittelmarkt nicht nur sehr heterogen, sondern gleichzeitig überreguliert ist. Die aktuelle Debatte der Arzneimittelausgaben knüpft jedoch in weiten Teilen an die seit Jahren verfestigte Kostendämpfungspolitik an. Das mehrjährige Preismoratorium nimmt den pharmazeutischen Herstellern bei allgemein steigenden Kosten Handlungssicherheit. Die zeitgleiche Erhöhung der Zwangsabschläge trifft zudem ganz unterschiedliche Produktkategorien, darunter auch Arzneimittel für seltene Erkrankungen. Damit wird die geförderte Erforschung seltener Erkrankungen durch rigide Erstattungsregelungen bedroht. Ein Hauptanliegen der vom BPI vorgeschlagenen Verhandlungslösung ist die Herstellung einer tragfähigen und nachhaltigen Balance zwischen Unternehmen, die weiterhin Gewinne erzielen müssen, um in Forschung und Entwicklung investieren zu können und der GKV, damit diese planbare Entlastungen erzielen kann. Neben der Garantie der Preishoheit des Herstellers bei der Markteinführung des Produktes müssen jedoch die politisch angedachten und nur stichwortartig ausgeführten Überlegungen zu einer „Schnellbewertung“ zur frühen Prognose über den Zusatznutzen eines Arzneimittels sorgfältig diskutiert werden, denn bisher sind einige Punkte nicht nur unklar, sondern aus Sicht der Industrie kritisch zu bewerten. Es wird entscheidend sein, wie dieses Nadelöhr zum Markt im Detail ausgestaltet sein wird.

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