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IMPLICONplus 06 2009:
Der Kunde ist König – Zur Notwendigkeit eines präferenzgerechten Versicherungs- und Leistungsangebots im Kassenwettbewerb von Dieter Cassel und Katrin Nihalani

Textauszug:
Wettbewerb erzwingt präferenzgerechte Angebote Bis zur Mitte der 1990er Jahre war die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) weitgehend ein wettbewerblicher Ausnahmebereich, der auf der Absatzseite der Krankenkassen durch die Zuweisung der Pflichtversicherten und auf ihrer Beschaffungsseite durch eine plan- und kollektivwirtschaftlich gestaltete Krankenversorgung gekennzeichnet war. Da Kassenwahlfreiheit auf den relativ kleinen Kreis der freiwillig Versicherten beschränkt war, hielt sich der Wettbewerb der Kassen um Mitglieder in engen Grenzen und wurde zudem wegen des noch fehlenden Risikostrukturausgleichs (RSA) mit stark risikoverzerrten Beitragssätzen geführt. Schließlich hatten die einzelnen Kassen auch so gut wie keine Möglichkeit, gestaltend auf das Versorgungsgeschehen einzuwirken, weil dies durch administrative Vorschriften des SGB V oder durch „gemeinsam und einheitlich“ beschlossene kollektivvertragliche Vorgaben bestimmt wurde. Damit war sowohl die Absatz- als auch die Beschaffungsseite der Krankenkassen weitestgehend dem wettbewerblichen Allokationsmechanismus entzogen.

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