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IMPLICONplus 03 2006:
Vertragswettbewerb in der GKV-Arzneimittelversorgung - von Prof. Dr. Dieter Cassel, Universität Duisburg-Essen und Prof. Dr. Eberhard Wille, Universität Mannheim

Textauszug:
Eine Entrümpelung des Instrumentenkastens, aber eine Schärfung der Instrumente selbst – das ist die Quintessenz eines Gutachtens zum Vertragswettbewerb in der GKV-Arzneimittelversorgung, das im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt worden ist. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland überreguliert ist. Daraus resultierende Intransparenz und Planungsunsicherheit seien – jedoch nicht die einzigen – Ursachen dafür, dass der Standort Deutschland für die Pharmaforschung und –produktion im internationalen Vergleich deutlich zurückgefallen ist. Die Autoren empfehlen unter anderem den Verzicht auf Eingriffe in die Preisbildung durch Festbeträge, Preismoratorien und Zwangsrabatte sowie die Abschaffung von Bonus, Malus, Richtgrößen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen für die Ärzte. Als einzige beizubehaltende Instrumente sehen sie die Negativliste, die Nutzenbewertung und die Arzneimittelrichtlinien. Neu sind aus der Nutzenbewertung zentral festzulegende Arzneimittelvergleichsgruppen, eine Festspanne für Apotheken und eine Regel-Zuzahlung für Patienten. Zum zentralen Steuerungsinstrument werden auf der Mikroebene – bei Kassen, Herstellern, Ärzten, Apothekern und Patienten – kassenindividuelle Positivlisten, apothekenindividuelle Handelsspannen und dementsprechend variierende tatsächliche Zuzahlungen der Patienten. Für IMPLICON plus haben die Professoren Dieter Cassel und Eberhard Wille den reformpolitischen Teil des Gutachtens, für das sie als Autoren verantwortlich zeichnen, in einer kompakten Analyse zusammengefasst...

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