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IMPLICON 03 2012:
Diabetes-Versorgung in Deutschland – Weitab der St. Vincent-Ziele

Textauszug:
Diabetes gilt in allen entwickelten Gesellschaften als eine Volkskrankheit mit steigender Inzidenz und Prävalenz, nicht zuletzt durch den demografischen Wandel. Ein Teil der Krankheit lässt sich mit vermeidbaren Risikofaktoren erklären: Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Langfristig verursacht Diabetes schwere und auch tödliche Komplikationen. Die negativen Langzeitfolgen sind mit erheblichen Kostenwirkungen für das Gesundheitssystem verbunden. Schon vor mehr als 20 Jahren – 1989 – wurden mit der Deklaration von St. Vincent anspruchsvolle strategische Ziele zur Bekämpfung der Krankheit beschlossen. Bis heute ist davon in Deutschland trotz der Entwicklung von Disease-Management-Programmen (DMP) wenig erreicht. Unzulänglichkeiten in der Versorgungsforschung erschweren es überdies, die Wirksamkeit der DMP zu beurteilen. Eine durchaus fragwürdige Rolle spielen der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), die die Vorgaben für die medikamentöse Behandlung auf den Standard einer generischen Therapie aus den 80er und 90er Jahren festgeschrieben haben. Nach dem zweimaligen Scheitern eines Präventionsgesetzes dürfte fraglich sein, ob es wenigstens gelingt, die Kräfte zu einer Strategie im Kampf gegen Diabetes zu bündeln.

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