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IMPLICONplus 09 2013:
Nach der Wahl ist vor der Reform: eine gesundheits(ordnungs)politische Agenda von Dirk Sauerland

Textauszug:
Das deutsche Gesundheitssystem – und damit die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger sowie die Akteure im Gesundheitswesen – hat aus ordnungsökonomischer Sicht zwei Ziele zu verfolgen: Zum einen soll der Zugang für alle Bürger zur medizinischen Versorgung sichergestellt werden, zum anderen soll eine gute Qualität bei der medizinischen Versorgung effizient bereitgestellt werden.
Die Gesundheitspolitik sollte daher in der anstehende Legislaturperiode die Spielregeln für das System so setzen, dass die Leistungserbringer gute Anreize haben, eine gute medizinische Versorgung für die Patienten und Versicherten zu gewährleisten. Angesichts der demographischen Entwicklung geht es auch immer noch darum, eine nachhaltige Finanzierung der steigenden Gesundheitsausgaben sicherzustellen. Dabei sollte keine Gesundheitspolitik nach Kassenlage betrieben werden. Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Kassen, zwischen der Kassen der GKV und den privaten Krankenversicherungen aber auch zwischen den privaten Krankenversicherungen kann helfen, neue Lösungen „zu entdecken“ – zum Wohle der Versicherten. Analog dazu sollten die Leistungserbringer besser Anreize erhalten, in einen Qualitätswettbewerb einzusteigen. Schließlich benötigen wir neue Versorgungsstrukturen, da die demographische Entwicklung nicht nur die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen verändert, sondern auch die Zahl der verfügbaren Mitarbeiter im Gesundheitswesen.
Um das deutsche Gesundheitssystem zukunftssicher zu machen, müssen viele Akteure (besser) zusammen arbeiten. Organisierte Interessen sollten dabei Lösungen, die im Interesser der – immer noch schlecht organisierten – Patienten sind, nicht blockieren.

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