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IMPLICONplus 03 2014:
Preisunterschiede bei Arzneimittel-Innovationen im europäischen Vergleich Empirische Analyse und pharmaökonomisches Fazit von Dieter Cassel und Volker Ulrich

Textauszug:
Das im Jahr 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) strebt grundsätzlich einen Spagat an zwischen der Anwendung des „Money for Value“-Prinzips bei der Erstattung auf der einen Seite und der Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für Innovationen auf der anderen Seite (vgl. Cassel und Zeiner 2010a und b, S. 1858 ff.; Cassel 2012, S. 366 ff.; Cassel und Heigl 2013, S. 10ff.). Nach der neuen Rechtslage muss der Arzneimittelpreis auf der Grundlage einer (frühen) Nutzenbewertung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) verhandelt werden. Der Hersteller soll dazu dem GKV-SV seine tatsächlichen Abgabepreise in anderen europäischen Ländern übermitteln, ohne dass an dieser Stelle bereits eine internationale Preisreferenzierung (IRP) vorgeschrieben ist (§ 130b (1) SGB V). Im Streitfall setzt die Schiedsstelle den Vertragsinhalt fest, sie soll dabei die Höhe der tatsächlichen Abgabepreise in anderen europäischen Ländern berücksichtigen, d. h. ein IRP-Verfahren praktizieren (§ 130b (4) SGB V). Der folgende Beitrag analysiert zentrale Determinanten von Preisunterschieden bei patentgeschützten Präparaten in Europa und diskutiert mögliche Folgen, welche durch die Orientierung der Erstattungsbeträge in Deutschland an den Preisen oder Preisdurchschnitten in anderen europäischen Ländern bei Preisverhandlungen oder Schiedsstellenentscheidungen für die Versorgung mit Arzneimittel-Innovationen (AMI) in Deutschland bedeuten könnte.

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