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IMPLICON 01 2012:
Organspende in Deutschland – nur schlecht organisiert?

Textauszug:
In Deutschland warten rund 12.000 Patienten auf eine Transplantation. Nach Einschätzung der Deutschen Stiftung Organtransplantation ist die Kluft zwischen dem Bedarf und dem Umfang an gespendeten Organen nach wie vor dramatisch. Zwar wurden 2009 und 2010 mehr Organe als in den Vorjahren gespendet, im vergangenen Jahr waren die Organspenden in Deutschland aber wieder um sieben Prozent rückläufig. Auch im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit etwa 15 postmortalen Organspenden je eine Million Einwohner (2009) im unteren Drittel, auf wesentlich mehr Organspenden kommen Spanien (34,4), Österreich (25) , die USA (21,9) und Italien (21,3). Aus gutem Grund wird deshalb in Deutschland seit Monaten darüber politisch diskutiert, unter prinzipieller Beibehaltung der Zustimmungslösung eine Pflicht der Bürger zu etablieren, sich bei bestimmten Anlässen zu erklären, ob man einer Organspende zustimmt oder nicht. Daneben wird vermutet, dass Mängel und Ineffizienz in Krankenhäusern ursächlich dafür sind, dass Organspende-Potenziale ungenutzt bleiben. Dazu liegen nun erste Erkenntnisse aus dem Projekt „Inhouse-Koordination“ der DSO vor, die darauf hindeuten, dass die Zahl der in Deutschland gewonnenen Organe in einer Größenordnung von zehn Prozent oder mehr gesteigert werden könnte. Der vom Deutschen Krankenhaus Institut erstellte Zwischenbericht legt nahe, dass erhebliche Anstrengungen unternommen werden müssen: in eine bessere personelle Austattung, Investitionen in mehr Know how, effektivere Zusammenarbeit zwischen Kliniken und DSO. Es zeigt sich aber auch, dass zu frühe palliativmedizinische Maßnahmen und zu undifferenzierte Patientenverfügungen limitierende Faktoren bei der Gewinnung von Organspenden sein können.

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