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IMPLICONplus 11 2014:
Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) – Sprung über die Sektorengrenzen? von Dr. med. Axel Munte

Textauszug:
Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) ist durch die Neufassung des § 116b SGB V begründet. Sie bietet eine Grundlage für die langersehnte sektorenübergreifende Versorgung in Deutschland und setzt dabei auf Qua­lifi­ka­tions­merkmale als zentrale Zugangsvoraussetzung, wobei identische Rah­men­bedingungen für teilnehmende Vertragsärzte und Krankenhäuser gelten. Ein weiteres Ziel der ASV ist die Förderung von interdisziplinärer und inter­sektoraler Kooperation. Erste Konkreti­sierun­gen des Paragraphen sind bereits umgesetzt, seit dem 24.04.2014 ist die Tuberkulose und seit dem 26.07.2014 sind gastro­intestinale Tumoren und Tumoren der Bauch­höhle in Kraft getreten. Um an der ASV teilnehmen zu können, müssen interdis­ziplinäre Teams Anzeigen bei den neu gegründeten Erweiterten Landes­aus­schüssen einreichen. Laut einer aktuellen Umfrage sind bereits Teilnahme­anzeigen eingegangen und erste ASV-Berech­­tigungen wirksam. In der praktischen Umsetzung der ASV zeigen sich jetzt jedoch etliche praktische Hürden. Auch werden Defizite in den Vorgaben von Gesetz­geber und Gemeinsamen Bundes­ausschuss sichtbar, zum Beispiel hinsichtlich einer konsequenten sektoren­übergrei­fenden Kooperation, einer elektronischen Fallakte, einer standar­disierten elektronischen Daten­erfassung sowie einer zügigen und struktu­rierten Umsetzung seltener Erkrankungen. Mit Spannung wird zudem das Versor­gungs­stärkungs­gesetz erwartet, welches weitere Neuerungen bzw. Veränderungen für die ASV bringen soll.

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