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IMPLICONplus 01 2015:
Der Innovationsfonds als neues Finanzierungsinstrument zur Förderung neuer Versorgungsformen und von Versorgungsforschung – Zielsetzung, Funktionsweise, Förderprämissen – von Roger Jaeckel und Volker Ulrich

Textauszug:

Das Bemühen um die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen im Ge­sund­heits­wesen stellt eine gesundheitspolitische Reformdauer­baustelle dar. In zahlreichen Anläufen hat die Gesundheits­politik in den zurückliegenden Jah­ren den Versuch unternommen, Versorgungsabläufe insbesondere an den Schnitt­stellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu optimieren und somit effektiv und effizient zu gestalten (Abb. 1). Mit Einführung der integrierten Versorgung im Jahr 2000 wurde das ordnungs­politische Konzept der selektiven Vertrags­gestaltung erstmals aus der Taufe gehoben. Bereits hier zeigte sich, dass es eines gezielten Förderkonzeptes in Form einer Anschub­finan­zierung (2004-2008) bedurfte, um Vertrags­wettbewerb außerhalb des starren Korsetts des Kollektiv­vertrags­systems zu ermöglichen.

Mit dem ab 2016 geplanten Innovationsfonds wird ein weiterer reform­poli­ti­scher Versuch unternommen, der mangelnden Bereitschaft, in neue und innovative Versor­gungs­formen nachhaltig zu investieren, in Form eines neuen Förder­konzeptes wirksam entgegen­zutreten. Gleichzeitig wird dem Innovationsfonds mit der Förderung von Versorgungs­forschung eine weitere Finanzierungs­aufgabe zugewiesen. Es mangelt gegenwärtig auch an versorgungs­relevanten Erkenntnis­gewinnen, da aufgrund fehlender Finanzierungs­zuständig­keiten zu wenig Ver­sor­gungs­forschung angestoßen wird, auch wenn dies durch den neuen Inno­va­tions­fonds nur in einem finanziell und zeitlich begrenzten Umfang vorgesehen ist.

Im Folgenden soll daher in einem ersten Schritt die Zielsetzung und Funk­tions­weise sowie die vorgegebenen Förderprämissen dieses neu konstru­ier­ten Finan­zie­rungs­modells dargestellt und anschließend einer ersten kritischen Würdigung unterzogen werden.



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