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IMPLICON 04 2015:
Masernendemie in Berlin – ein Weckruf von Jürgen Bausch

Textauszug:

Ohne Impfungen in die Kita und Schule: verantwortungslos.
In der zweiten Märzwoche 2015 erkrankten in Berlin 111 Menschen an Masern. Seit Beginn der kleinen Großstadtendemie wurden 739 Fälle gemeldet. Der Tod eines bisher gesunden ungeimpften Kleinkindes an den Folgen der Masern wurde aus der Charité bestätigt. Vorübergehend waren Kitas blockiert und Schulen geschlossen. Eltern von Säuglingen – die aus Altersgründen noch nicht geimpft werden können – wird geraten, direkte Kontakte zu Menschenansammlungen in Kaufhäusern und im Nahverkehr zu meiden.

Masern waren lange verschwunden. Eine ganze Generation von Kinderärzten und Kinderkrankenschwestern in Deutschland ist herangewachsen, ohne ein einziges Mal einen veritablen Masernfall betreut zu haben. Das gilt naturgemäß auch für die gesamte Erwachsenengeneration unter 50, die jetzt als Eltern oder bereits als junge Großeltern Erziehungsverantwortung tragen. Die Maserndurchimpfung der Bevölkerung war einmal eine Erfolgs­geschichte. Dazu eine Meldung aus dem amerikanischen „Center for Disease Control and Prevention“ aus dem Jahr 1999: USA Maserninfektionsfälle 1962: 503.282 Personen. 1998 nur noch 89 Fälle. Eindrucksvoll!



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