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IMPLICONplus 05 2015:
Zur Rolle des Kassenwettbewerbs in der Gesundheitsversorgung – von Jürgen Wasem

Textauszug:
Bei der Entscheidung über den Ausbau der Kassenwahlfreiheit in der deutschen GKV spielten weniger Effizienz- als vielmehr Gleichheits- und Gerechtig­keits­überlegungen eine Rolle. Dies führt dazu, dass bis heute eine schlüssige wettbewerbliche Konzeption für die GKV politisch nicht entwickelt ist. Dies, obwohl den Krankenkassen zusätzliche Wettbewerbs­parameter in den Ge­sund­heits­reformen der vergangenen Jahre zur Verfügung gestellt wurden. Ein Ausbau der Flexibilität im Leistungskatalog als Wettbewerbs­parameter ist ambi­valent zu beurteilen, da er zwar eine stärkere Präferenz­orientierung der Kassen fördert, die damit einhergehenden Selbstselektionseffekte aber im Wider­spruch zur Grund­konzeption der gesamten GKV als Solidar­gemeinschaft stehen. Die Weiterentwicklung der Wettbewerbsordnung müsste vielmehr eine konsis­tente Abstimmung von Kollektiv- zu Selektiv­verträgen beinhalten. Wesent­lich für die Wettbe­werbseffekte ist zudem die Finanzierungsmechanik der GKV. Die heutigen Unterschiede in der Finanzsituation zwischen den Kranken­kassen sind wohl eher auf Defizite im RSA sowie in der Abstimmung zwischen RSA und Vergütungssystemen der Leistungserbringer und weniger auf Unterschiede im auf Effizienz orientierten Managementhandeln der Kranken­kassen zurückzuführen, auch wenn dies ebenfalls einen Einfluss hat.

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