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IMPLICONplus 09 2015:
Brennpunkt Antibiotika-Resistenzen II – von Manfred Albring

Textauszug:
Die Gefahr durch resistente oder multiresistente Bakterien ist derzeit die größte globale medizinische Bedrohung. Die Antwort auf die Resistenzen erscheint logisch. Neue Antibiotika werden entwickelt. Oft schon innerhalb von wenigen Jahren entwickeln sich dann neue Resistenzen, und die Entwicklung wiederum neuer Antibiotika wird unvermeidlich. Zwischen 1983 und 1992 wurden in den Vereinigten Staaten 30 neue Antibiotika zugelassen. In dem Zeit­raum von 2003 bis 2012 waren es nur noch sieben neue Antibiotika. An­schei­nend gab es für die großen Pharma­unternehmen zu wenig finanzielle Anreize und zu hohe zulassungs­relevante Hürden, als dass die Industrie bereit gewesen wäre auch weiterhin in die Forschung und Entwicklung neuer Anti­bio­tika zu investieren. Durch die Forschungsförderung der US-Regierung über den GAIN Act (Generating Antibiotic Incentives Now) und das EU-Projekt „NewDrugs4BadBugs“im Rahmen einer Private Public Partnership zeichnen sich erste Erfolge während der klinischen Entwicklung neuer Substanzen ab. Zudem erleichtern vereinfachte Zulassungsverfahren bei der klinischen Entwicklung für die Behandlung von Patienten mit lebensbe­drohlichen bakteriellen Erkran­kungen ohne therapeutische Alternative die klinische Entwicklung erheblich. Trotz der Aussicht auf neue wirksame Arzneimittel ergibt sich die Frage, ob wir mit unseren gegenwärtigen Forschungs­konzeptionen strategisch auf dem richtigen Weg sind, indem wir uns auf einen permanenten Wettlauf mit der äußerst anpassungs­fähigen und raschen Evolution von Bakterien einlassen.

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