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IMPLICONplus 10 2016:
Hausärztemangel: Bisher kaum Land in Sicht – von Manfred Albring

Textauszug:
In den vergangenen 15 Jahren hat sich in Deutschland und insbesondere in ländlichen Regionen ein zunehmender Mangel an Hausärzten entwickelt. Durch­schnittlich sind heute über 30 Prozent der Hausärzte älter als 60 Jahre. Experten gehen inzwischen davon aus, dass es im Jahr 2020 etwa 9000 Haus­ärzte weniger geben wird als im Jahr 2010. Der aktuelle jährliche Ersatz­bedarf wird auf annähernd 2100 Hausärzte eingeschätzt, liegt aber aufgrund des medi­zinischen Fortschritts und der steigenden Morbidität in unserer alternden Gesell­schaft vermutlich eher bei 3100 Hausärzten. Gleichzeitig liegt die Zahl von Jungärzten für die Aufnahme einer Tätigkeit als Vertragsarzt für All­ge­mein­me­dizin zwischen 550 und 700 Ärzten pro Jahr. Nicht nur das geringere Einkommen gegenüber Fachärzten und die hohe Arbeitsbelastung sondern auch die fehlende Infrastruktur im ländlichen Bereich und das mangelnde Sozial­prestige halten die Jungen Ärzte davon ab, sich für eine Tätigkeit auf dem Land zu entscheiden. Insbesondere Ärztinnen beim Abschluss ihrer Wei­ter­bil­dung sehen nur wenige Möglichkeiten, den Hausarztberuf mit einer Fami­lien­pla­nung und Lebensqualität zu vereinbaren. In dieser bedenklichen Ver­sor­gungs­situa­tion sind Politik, Vertreter der ärztlichen Selbstverwaltung, Kran­ken­kassen, medizinische Fakultäten und Standesvertretungen jetzt gefor­dert, sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Hausärzte und die Entwicklung neuer Kooperations- und Arbeitszeitmodelle erfolgreich einzu­setzen.

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