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IMPLICON 03 2011:
Medizin und Wohlstand - Wirkungen der Pharma-Industrie auf Einkommen, Wertschöpfung und Beschäftigung

Textauszug:
In der konventionellen Sichtweise von Politikern und vielen Ökonomen gilt das Gesundheitswesen als Kostgänger der Gesellschaft: Der Blick ist auf (steigende) Ausgaben fokussiert, die es zu begrenzen gilt. Fraglos produziert das Gesundheitswesen medizinische Leistungen, deren Notwendigkeit im großen Ganzen akzeptiert wird, im Einzelfall jedoch auch umstritten ist. Kosten-Nutzen-Bewertungen können dabei eine Grundlage für eine bessere Rationalität sein. Ein dritter Aspekt des Gesundheitswesens ist erst in jüngster Zeit ins Blickfeld geraten: seine Funktion als Wirtschaftsfaktor, der Werte produziert, Einkommen schafft, Steuern und Sozialversicherungsabgaben leistet und damit die Wohlfahrt einer Gesellschaft erhöht. Für die pharmazeutische Industrie als wichtigen Leistungsträger (und Ausgabenverursacher) im Gesundheitswesen hat das Bundeswirtschaftsministerium 2009 ein Satellitenkonto erstellen lassen – zum einen für die Gesamtbranche, zum anderen am Beispiel von Sanofi-Aventis, dem am Standort Deutschland bedeutendsten forschenden Arzneimittelhersteller. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass es wirtschaftsund fiskalpolitisch außerordentlich lohnend ist, mit Blick auf Wertschöpfung, Multiplikatoreffekte auf vor- und nachgelagerte Branchen, Einkommen der Mitarbeiter und Steuerleistung aktive Standortpolitik für pharmazeutische Forschung und Produktion in Deutschland zu betreiben. Zugleich müssen bei Eingriffen in die Preisbildung stark exportabhängiger Branchen kontraproduktive Rückwirkungen einbezogen werden.

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