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IMPLICON 03 2018:
Teure Bescherung – Der Koalitionsvertrag und die Pläne zur Stärkung der Pflege

Textauszug:
Der häufig apostrophierte Pflegenotstand ist bei den politischen Entscheidungsträgern angekommen. Nach einem Pflegepersonalabbau in den Krankenhäusern in den 2000er Jahren als Folge der Einführung von DRGs und als Konsequenz aus den Pflege­stär­kungs­gesetzen der letzten Legislaturperiode will die große Koalition alles daran setzen, die Arbeits­bedingungen in der Alten- und Krankenpflege zu verbessern, die Einkom­mens­situ­a­tion der Pflegekräfte spürbar aufzuwerten, mehr in Ausbildung zu investieren und Arbeits­potenzial, das dem Arbeitsmarkt gegenwärtig nicht zur Verfügung steht, zu mobi­lisie­ren. Höhere Gehälter in der Pflege, verbindliche Tarifverträge, Angleichung der Ost- an Westgehälter und mehr Beschäftigung werden einen einzigartigen Kostenschub im Gesund­heits­wesen auslösen. Je erfolgreicher das Problem gelöst wird, desto teurer wird es. Die Last wird fast vollständig auf die Kranken- und Pflegeversicherung überwälzt, die im Moment noch über Milliarden-Finanzreserven verfügen. Finanziell kalkuiert ist von den Groß­koali­tio­nä­ren nichts. Aber spätestens gegen Ende der Legislaturperiode werden Bei­trags­satz­stei­ge­run­gen unumgänglich sein.

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