<< zurück zur Übersicht


IMPLICON 08 2018:
Zuckerbrot und Peitsche – Binnen sechs Jahren: Das dritte Gesetz zur ambulanten Versorgung

Textauszug:
Nach dem Versorgungsstrukturgesetz 2012 und dem Versorgungsstärkungs­gesetz 2015 seiner Vorgänger Daniel Bahr und Hermann Gröhe versucht nun Bun­des­ge­sund­heits­minister Jens Spahn als Dritter die Versorgungskapazitäten der ambulan­ten Medizin dem Bedarf anzupassen. Hatte Bahr es noch bei milden Anreizen belassen, so packte Gröhe mit den Terminservicestellen schon kräftiger zu – Spahn greift jetzt zu Zucker­brot und Peitsche: Die Terminservicestellen werden ausgebaut, Ärzte mit voller Zulassung müssen ihr Sprechstundenangebot um fünf auf 25 Stunden pro Woche erweitern, Wartezeiten sollen kürzer werden. Die Anreize sind durchaus ansehn­lich: Mehrarbeit durch neue Patienten soll extrabudgetär vergütet werden. Auf­grund der Definition des „neuen Patienten“ haben die Vertragsärzte im Zeitablauf Aussicht darauf, dass der Anteil budgetierter Leistungen kleiner, der des extra­budge­tären Honorars immer größer wird. Dennoch sind die Reaktionen sowohl auf der Kassen- wie auf der Ärzteseite widersprüchlich und keineswegs zustimmend. Vor allem den KVen schmecken die Vorgaben zu Terminservicestellen und Ausbau der Sprech­stun­den­zeiten überhaupt nicht.

Dieses PDF steht registrierten Abonnenten zum Download zur Verfügung.