06. März 2019

IMPLICONplus 03 2019: Highlights in der Alternsforschung? – von Manfred Albring

Highlights in der Alternsforschung? – von Manfred Albring Die Vorstellung, dass junges Blut Anti-Aging oder andere positive Eigenschaften haben könnte, stammt aus 150-jährigen Experimenten, bei denen die Haut von zwei noch lebenden alten und jungen Mäusen zusammengefügt wurde, so dass ihre Zirkulation geteilt werden konnte. Forscher, die die Technik kürzlich wiederbelebt haben, haben berichtet, dass diese so genannte Parabiose bei den alten Mäusen Leber, Muskeln und Gehirn revitalisiert. Sie sind nun auf der Suche nach Molekülen im jungen Blut, die diese scheinbaren Anti-Aging-Effekte erklären können. Tatsächlich haben Wissenschaftler der Stanford University vor vier Jahren gezeigt, dass junges Blut alte Tiere verjüngt und altes Blut zum raschen Altern bei jungen Tieren führt. Anschließende Versuche mit humanem Blutplasma ergaben eben­falls deutliche Anti-Aging Effekte bei Mäusen. Inzwischen ist es dieser Arbeitsgruppe auch gelungen einzelne Plasmaproteine zu charakterisieren, die deutlich regenerative Pro­zesse im ZNS, der Muskulatur, der Leber und dem Pankreas bei alten Mäusen auslösen. Ebenso wurden Faktoren gefunden, die für eine vorzeitige Alterung bei jungen Tieren verant­wort­lich sind. Die erste klinische Studie der Phase I bei Patienten mit M. Alz­hei­mer wurde bereits abgeschlossen, und hat keine Hinweise für Unverträglichkeiten ergeben. Mit ALK6019 hat man inzwischen ein hoch standardisiertes Produkt, das jetzt klinisch weiter­ent­wi­ckelt wird. Die Chancen, dass diese Forschungsrichtung zukünftig auch nachweisbare thera­peuti­sche Erfolge bei degenerativen Erkrankungen des ZNS ermög­li­chen kann, wird in Fach­kreisen als relativ hoch eingeschätzt. Extra implicon_plus_03_2019.pdf
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bild: implicon_plus_03_2019.jpg
nummer: 03
autor: Manfred Albring