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IMPLICONplus 09 2019:
Biosimilars in Deutschland – Warum eine politische Intervention ein funktionierendes System durcheinanderzubringen droht – von Bork Bretthauer

Textauszug:
Biosimilars in Deutschland haben sich auf mehreren Ebenen bewährt. Zuallererst hat sich das ihnen zugrundeliegende wissenschaftliche Konzept als tragfähig er­wie­sen. Anfängliche Zweifel wurden durch die Vorlage robuster Daten seitens der Unter­nehmen sowie das sorgfältige, analytische Vorgehen der Europäischen Arz­nei­mit­tel­agen­tur (EMA) im Zuge der jeweiligen Zulassungsverfahren beseitigt. Das wie­de­rum war die Voraussetzung dafür, dass die Biosimilars mehr und mehr in die Ver­sor­gung Einzug gehalten haben und sich heute im Alltag bewähren. Aus gesund­heits­poli­ti­scher Perspektive lässt sich schließlich sagen, dass der Biosimilar-Wettbewerb in Deutsch­land funktioniert und das Gesundheitssystem spürbar entlastet. Allerdings wird mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) nun un­nö­ti­ger­weise interveniert. Die automatische Austauschbarkeit der Biosimilars in der Apo­theke, die ab 2022 gelten soll, ist aus medizinischer, gesundheitspolitischer sowie wirt­schaft­licher Sicht bedenklich und wird von den meisten Akteuren der Versor­gung abgelehnt. Denn: So kann eine Situation entstehen, wie sie auf dem Gene­rika-Markt bereits vorherrscht und die durch Lieferengpässe, Marktverengung sowie Rück­gang der versorgungsrelevanten Unternehmen gekennzeichnet ist.

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