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IMPLICON 03 2010:
Die PKV – keine Versicherung für Kranke

Textauszug:
Die private Krankenversicherung erfüllt ihre Aufgabe, Versicherte vor unerwünschten Einkommensschwankungen infolge von unsicheren, nicht planbaren und unter Umständen die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit übersteigenden Gesundheitsaufwendungen zu schützen, unzulänglich. Sowohl am Versichertenmarkt – in der Beziehung Versicherer und Versicherten – als auch auf dem Leistungserbringermarkt kommt es zu erheblichen Fehlallokationen. Der Versichertenmarkt ist durch massive Risikoselektion charakterisiert, der Wettbewerb konzentriert sich fast ausschließlich auf das Neugeschäft mit jüngeren, gesunden Versicherten. Dagegen mangelt es an Wettbewerb im Versichertenbestand, mit der Folge, dass Tarife systematisch vergreisen und in die Kostenfalle laufen. Der Leistungserbringermarkt ist von erheblicher angebotsinduzierter Nachfrage bestimmt – ein sachlich fundiertes Urteil, ob die Medizin für Privatpatienten qualitativ besser ist als für Kassenpatienten, kann empirisch nicht belegt werden. Trotz einiger Veränderungen durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) bleibt in der privaten Krankenversicherung erheblicher Reformbedarf. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, das das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) und der Darmstädter Wirtschaftswissenschaftler Professor Bert Rürup im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt haben.

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