<< zurück zur Übersicht


IMPLICON 08 2010:
Der Streit um Paragraf 116b - von Manfred Albring

Textauszug:
Mit der Neufassung von Paragraf 116 b SGB V hat der Gesetzgeber im Wettbewerbsstärkungsgesetz ein neues Konkurrenzfeld im Gesundheitswesen geschaffen: Bei hochspezialisierten Leistungen können danach Krankenhäuser mit der Öffnung für ambulante Behandlungen gegen Spezialisten in niedergelassener Praxis antreten. Das neue Wettbewerbsfeld entwickelt sich je nach Region sehr unterschiedlich – am konfliktivsten in den Stadtstaaten mit einem dichten Leistungsangebot in der spezialisierten Medizin. Zweifel sind erlaubt, ob der Wettbewerb wirklich fair ausgetragen wird, ob die Finanzierungsbedingungen für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser wirklich die gleichen sind und ob die Krankenhäuser, wie in der vertragsärztlichen Versorgung obligat, auch den vorgeschriebenen Facharztstandard realisieren. Weitere Komplikationen verursachen Rechtsstreitigkeiten. So ist es niedergelassenen Spezialisten gelungen, sich bei den Sozialgerichten einstweiligen Schutz vor unliebsamer Konkurrenz der Krankenhäuser einzuklagen – und damit die Öffnung der Kliniken für ambulante Behandlung bis zur Entscheidung in der Hauptsache zu verhindern.

Dieses PDF steht registrierten Abonnenten zum Download zur Verfügung.