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IMPLICON 03 2009:
Blinder Egoismus - Taktik, Illusionen und Tatsachen zur Debatte um die Vergütungsreform für die Vertragsärzte

Textauszug:
Während die Finanzkrise die Realwirtschaft erreicht und diese in die tiefste Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte stürzt, machen sich etliche Ärztefunktionäre auf den Weg nach Absurdistan. Unfähig, die Vergütungsreform für die 150.000 Vertragsärzte und -psychotherapeuten zu managen, träumen sie von Milliarden-Nachschlägen und einer Welt außerhalb der Kassenärztlichen Vereinigungen. Doch außer dem Hausärzteverband und Medi gibt es jenseits der KVen kaum Organisationen, die niedergelassenen Ärzten, so sie noch Einzelkämpfer sind, eine tragfähige wirtschaftliche Perspektive bieten können. Die KVen ihrerseits wollen wieder zurück zum alten Monopol. Das öffentliche Erscheinungsbild der Vertragsärzte wird immer mehr von Maßlosigkeit und Mangel an Realitätsbezug geprägt. Selbst Gremien, die wie der Erweiterte Bewertungsausschuss, mit einer gewissen professionellen Unterfütterung arbeiten, setzen mehr auf hektische Betriebsamkeit als auf nüchterne Analyse und überlegte Korrekturen. Eine Bestandsaufnahme zeigt jedoch, dass die Vergütungsreform – entgegen dem Tenor in der öffentlichen Debatte – weitgehend zielgerecht wirkt, aber ähnlich wie bei vorangegangenen Honorarreformen schmerzhafte Umverteilungseffekte nicht verhindern konnte.

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