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IMPLICON 04 2007:
Medizinischer Fortschritt – mehr Morbidität?

Textauszug:
Bei guter Gesundheit immer älter werden – das ist nicht nur der Traum eines jeden Einzelnen, es ist auch die Hoffnung führender Gesundheitspolitiker. Bestätigt wird diese Hoffnung durch steigende Lebenserwartung, besseren Gesundheitsstatus und subjektiv als besser empfundene Lebensqualität der älteren Bevölkerung. Bedeutet dies, dass sich behandlungsbedürftige Krankheitsphasen immer stärker auf eine kurze Phase vor dem Tod konzentrieren, wie die Protagonisten der Kompressionsthese behaupten? Oder werden besserer Gesundheitsstatus und längeres Leben mit mehr medizinischen Interventionen über einen längeren Zeitraum (Medikalisierungsthese) erkauft? Dieser Frage ist Dr. Frank Niehaus vom Wissenschaftlichen Institut der privaten Krankenversicherung nachgegangen, und zwar sowohl für die private als auch die gesetzliche Krankenversicherung. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mit einer einzigen Ausnahme – der ambulanten ärztlichen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung – findet sich für die Kompressionsthese keine empirische Bestätigung. Für die Finanzierung des Gesundheitswesens einer alternden Gesellschaft hat dies – will man auf konsequente Rationierung verzichten – gravierende Auswirkungen, zumal in der gesetzlichen Krankenversicherung die seit 1993 andauernde Phase der sektoralen Budgetierung 2009 nach dem Willen des Gesetzgebers beendet sein soll...

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