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IMPLICON 10 2007:
DMP Diabetes: Erste Indizien für Erfolge

Textauszug:
Gegen heftige Widerstände von Teilen der Ärzteschaft und der Krankenkassen starteten Anfang 2003 die ersten Disease-Management-Programme (DMP). Standard- und Kochbuch-Medizin fürchteten die einen, eine Kopfgeldjagd als Folge der Refinanzierung über den Risikostrukturausgleich die anderen. Die Hoffnung, die sich mit den DMP verbindet, ist, dass gesundheitlich und ökonomisch folgenschwere Volkskrankheiten durch eine systematisierte und besser organisierte Versorgung wirksamer behandelt werden können. Jetzt liegen die ersten Evaluationsergebnisse für die DMP Diabetes mellitus vor. Sie deuten darauf hin, dass einige wichtige Parameter, etwa der HbA1c-Wert und der Blutdruck günstig beeinflusst werden können. Ein großer Erfolg scheint die starke Abnahme von Rauchern zu sein – ein Misserfolg bleibt der Versuch, das Ernährungsverhalten zu ändern, denn der Anteil der stark Übergewichtigen blieb auch bei DMP-Teilnehmern erschreckend hoch und konstant. Ergebnisse aus einer noch unveröffentlichten Evaluation der Barmer Ersatzkasse zeigen erste Erfolge bei der Vermeidung wichtiger Folgekomplikationen von Diabetes mellitus: Das Risiko, wegen instabiler Angina pectoris, chronisch ischämischer Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz hospitalisiert zu werden, war bei DMP-Teilnehmer im Vergleich zu Nichtteilnehmern signifikant geringer. Besonders stark war die Risikoreduktion bei den Folgekomplikationen Hirninfarkt/Schlaganfall sowie Minor- und Majoramputationen ausgeprägt. Ob allerdings die DMP auch ökonomisch ein Erfolg sind, kann gegenwärtig noch nicht entschieden werden...

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