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IMPLICONplus 03 2013:
Reform der ambulanten Vergütung? - von K.H. Schönbach

Textauszug:
Während sich die Reformprioritäten für die kommende Legislaturperiode neben der Neuordnung der Privaten Krankenversicherung (PKV) klar auf die Kran-kenhausplanung und –Finanzierung richten, scheint die Politik der ambulanten Debatte überdrüssig. Das schrille Libretto der Funktionäre wirkt inszeniert. Die fortgesetzte Skandalisierung der Verhandlungen steht in keinem Verhältnis zur Erlösentwicklung der Praxen. Vielmehr wird auch bei der politischen Debatte um die PKV deutlich, wie wenig Abrechnungen und Vergütungen in der ambu-lanten ärztlichen Versorgung dem medizinisch Notwendigen folgen. Die Ge-bührenordnung Ärzte (GOÄ) ist kaum mehr reformierbar. Integriert die Politik in der kommenden Legislaturperiode die private und gesetzliche Krankenversi-cherung, wird dies auf der Grundlage des einheitlichen Bewertungsmaßstabes erfolgen. Aber auch das Honorarsystem der Kassenärztlichen Vereinigungen muss weiter entwickelt werden. Es hat inzwischen einen nicht mehr beherr-schenden Komplexitätsgrad erreicht: „Heutige Bemessungsgrundlagen wie Fallzahlen und Fallwerte sagen … nichts über Behandlungsnotwendigkeiten oder über Praxisstrukturen aus“ . Und da selbst die gröbsten Darwinisten nicht (wirklich) an eine Flucht in die Kostenerstattung glauben, bei dem das Funktio-närsversagen auf Kosten der Patienten entsorgt wird, müssen die Fragen trotz aller politischen Reserve diskutiert werden.

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